Dienstag, 29. August 2017

Akte X: Das Synchron-Debakel

Nach langer Wartezeit durften sich Serien-Fans nun endlich über die Fortsetzung des Mystery-Klassikers „Akte X“ freuen. Seit dem 8. Februar 2016 läuft die neue Staffel auch in deutscher Fassung auf ProSieben. Die Freude über das Wiedersehen mit den FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder hat für einige Zuschauer allerdings einen faden Beigeschmack: wie schon seit dem zweiten Kinofilm zur TV-Serie hören wir Agent Mulder (David Duchovny) mit einer völlig anderen Synchronstimme als in Staffel 1 bis 9. Was eigentlich nur eine Nebensache sein sollte, fällt dem treuen Fan stark auf und kann sich zu einem echten Störfaktor beim Fernseh-Genuss entwickeln.

Was war passiert? Schon bei den Vorbereitungen zur deutschen Fassung von „Akte X: Jenseits der Wahrheit“ (2008), der zweiten Verfilmung der Erfolgsserie, entschied man sich anstatt für den ursprünglichen Synchron-Sprecher Benjamin Völz (Keanu Reeves, Charlie Sheen) für Johannes Berenz (Ben Affleck, Nathan Fillion). In der neuen Staffel wiederum wird Mulder von Sven Gerhardt (Josh Hartnett, Kevin Sorbo) gesprochen, die Verärgerung ließ nicht lange auf sich warten. Auch eine Online-Petition zum Thema mit über 3000 Unterstützern gibt es schon.

Frust beim Serien-Genuss

Die Entscheidung für die Auswechslung von Publikums-Liebling Völz fiel damals in erster Linie aus finanziellen Gründen. Dieser fand es ungerecht, dass er als Sprecher, welcher die Figur Fox Mulder immerhin über viele Jahre etabliert hatte, lediglich einmalig 4000 Euro Gage für den Kinofilm erhalten sollte (hier in einem Interview aus dem Jahr 2008). Die Ausgaben des Verleihs 20th Century Fox für Werbung, Marketing oder Premierenveranstaltungen stünden hierzu in keinem Verhältnis. 

Auch um ein Zeichen zu setzen, forderte Völz nun 20000 Euro Gage. Trotz allem nur ein Bruchteil dessen, was Prominente beispielsweise bei der Synchronisation von Figuren in Animationsfilmen erhalten. Verschiedene Produktionsfirmen unterbieten sich im Preis regelmäßig bei der Vergabe von Synchron-Aufträgen, Leidtragende sind die Sprecher.

Unterstützung in der Sache

Auch wenn einige andere angefragte Kollegen in der Sache ihre Solidarität zu Völz erklärten und den gleichen Betrag verlangten, lehnte man ab und entschied sich schlussendlich für eine andere Stimme. Diese wurde in Johannes Berenz gefunden, welcher die Forderungen zwar unterstützte, ein gemeinschaftliches Engagement über den Interessenverband Deutscher Synchronsprecher allerdings sinnvoller gefunden hätte. Er erhielt für die Rolle in dem Kinofilm lediglich 2000 Euro.

Als nun 2016 Staffel 10 der Kult-Serie erscheinen sollte, fragte man tatsächlich wieder bei Benjamin Völz für die Sprech-Rolle an, wie dieser offenbar in einem Online-Synchronsprecher-Forum verlauten ließ. Laut seines Postings nannte er seine üblichen Modalitäten, erhielt jedoch nach angeblich „intensiver interner Diskussion“ eine Absage . Direkter Kontakt zum Sender hätte nie bestanden, „es wurde kein Porzellan zerschlagen, auch wenn man sich nicht einig geworden ist“. Wir sind gespannt, ob der Protest vieler deutscher Akte X-Fans von den Verantwortlichen kommentiert werden wird, man vielleicht sogar die Entscheidung gegen Völz überdenkt. Auch falls nicht, es besteht ja immer noch die Möglichkeit auf den DVD-Release zu warten und den Serien-Klassiker dann im Originalton zu genießen.

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Nach langer Wartezeit durften sich Serien-Fans nun endlich über die Fortsetzung des Mystery-Klassikers „Akte X“ freuen. Seit dem 8. Februar 2016 läuft die neue Staffel auch in deutscher Fassung auf ProSieben. Die Freude über das Wiedersehen mit den FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder hat für einige Zuschauer allerdings einen faden Beigeschmack: wie schon seit dem zweiten Kinofilm zur TV-Serie hören wir Agent Mulder (David Duchovny) mit einer völlig anderen Synchronstimme als in Staffel 1 bis 9. Was eigentlich nur eine Nebensache sein sollte, fällt dem treuen Fan stark auf und kann sich zu einem echten Störfaktor beim Fernseh-Genuss entwickeln.

Was war passiert? Schon bei den Vorbereitungen zur deutschen Fassung von „Akte X: Jenseits der Wahrheit“ (2008), der zweiten Verfilmung der Erfolgsserie, entschied man sich anstatt für den ursprünglichen Synchron-Sprecher Benjamin Völz (Keanu Reeves, Charlie Sheen) für Johannes Berenz (Ben Affleck, Nathan Fillion). In der neuen Staffel wiederum wird Mulder von Sven Gerhardt (Josh Hartnett, Kevin Sorbo) gesprochen, die Verärgerung ließ nicht lange auf sich warten. Auch eine Online-Petition zum Thema mit über 3000 Unterstützern gibt es schon.

Frust beim Serien-Genuss

Die Entscheidung für die Auswechslung von Publikums-Liebling Völz fiel damals in erster Linie aus finanziellen Gründen. Dieser fand es ungerecht, dass er als Sprecher, welcher die Figur Fox Mulder immerhin über viele Jahre etabliert hatte, lediglich einmalig 4000 Euro Gage für den Kinofilm erhalten sollte (hier in einem Interview aus dem Jahr 2008). Die Ausgaben des Verleihs 20th Century Fox für Werbung, Marketing oder Premierenveranstaltungen stünden hierzu in keinem Verhältnis. 

Auch um ein Zeichen zu setzen, forderte Völz nun 20000 Euro Gage. Trotz allem nur ein Bruchteil dessen, was Prominente beispielsweise bei der Synchronisation von Figuren in Animationsfilmen erhalten. Verschiedene Produktionsfirmen unterbieten sich im Preis regelmäßig bei der Vergabe von Synchron-Aufträgen, Leidtragende sind die Sprecher.

Unterstützung in der Sache

Auch wenn einige andere angefragte Kollegen in der Sache ihre Solidarität zu Völz erklärten und den gleichen Betrag verlangten, lehnte man ab und entschied sich schlussendlich für eine andere Stimme. Diese wurde in Johannes Berenz gefunden, welcher die Forderungen zwar unterstützte, ein gemeinschaftliches Engagement über den Interessenverband Deutscher Synchronsprecher allerdings sinnvoller gefunden hätte. Er erhielt für die Rolle in dem Kinofilm lediglich 2000 Euro.

Als nun 2016 Staffel 10 der Kult-Serie erscheinen sollte, fragte man tatsächlich wieder bei Benjamin Völz für die Sprech-Rolle an, wie dieser offenbar in einem Online-Synchronsprecher-Forum verlauten ließ. Laut seines Postings nannte er seine üblichen Modalitäten, erhielt jedoch nach angeblich „intensiver interner Diskussion“ eine Absage . Direkter Kontakt zum Sender hätte nie bestanden, „es wurde kein Porzellan zerschlagen, auch wenn man sich nicht einig geworden ist“. Wir sind gespannt, ob der Protest vieler deutscher Akte X-Fans von den Verantwortlichen kommentiert werden wird, man vielleicht sogar die Entscheidung gegen Völz überdenkt. Auch falls nicht, es besteht ja immer noch die Möglichkeit auf den DVD-Release zu warten und den Serien-Klassiker dann im Originalton zu genießen.

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